7. Dezember 2017 Film «Sonnensucher»

Ein Film von Konrad Wolf zum Uranabbau in der frühen DDR

Information

Veranstaltungsort

Naturfreundehaus Steinbergle
Stresemannstraße 6-8
70191 Stuttgart

Zeit

07.12.2017, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Kultur / Medien

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SONNENSUCHER (1958) blickt auf Arbeiter und Funktionäre im Uranbergbau der Wismut um 1950. Erwin Geschonneck spielt hier eine seiner faszinierendsten Arbeiterfiguren. Er gibt einen unorthodoxen Kommunisten - lebenslustig und fröhlich, robust und kraftvoll, zugleich radikal und anarchistisch. Günther Simon - positiver Held zahlreicher DEFA-Filme - verkörpert dagegen den einarmigen Obersteiger Franz Beier, der als früher Angehöriger der SS durch harte Arbeit das Vergangene ungeschehen machen will. Thematisiert wird unter anderem sein Konflikt mit der sowjetischen Betriebsleitung, der sich auch auf privater Ebene äußert. Alle Beteiligten - deutsche Kommunisten, Arbeiter, Frauen sowie sowjetische Offiziere - sind hier überaus menschlich dargestellt.
Die Premiere von SONNENSUCHER (1958) wurde zunächst hinausgezögert, dann Ende 1959 ange-kündigt und im letzten Moment doch aufgrund eines Einspruchs des sowjetischen Botschafters wieder abgesagt. Der Film wurde von den Verantwortlichen abgelehnt, da ihnen der Blick auf die Konflikte zwischen Deutschen und Russen, Antifaschisten und ehemaligen Nazis, Männern und Frauen auf der Suche nach etwas Liebe und Glück nicht passte. Erst 1972 kam er in die Kinos der DDR.

Eine Veranstaltung der NaturFreunde Stuttgart mit Unterstützung der «Friedrich-Wolf-Gesellschaft e.V.» und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg.

Konrad Wolf (* 20. Oktober 1925 in Hechingen-Hohenzollern; † 7. März 1982 in Ost-Berlin). Sein Vater ist der Arzt und Schriftsteller Friedrich Wolf, seine Mutter Else Dreibholz. 1927 zieht die Familie nach Stuttgart. Konrad Wolf wird zusammen mit deinem Bruder Markus in die Reformschule von Friedrich Schieker an der Doggenburg eingeschult, wird Jung-Pionier in Stuttgart-Botnang.
Friedrich Wolf schreibt für die DVA in der Neckarstraße den Bestseller «Die Natur als Arzt und Helfer», Theaterstücke wie «Cyankali», tritt der KPD bei und kandidiert für den Stuttgarter Gemeinderat. Mit der Ärztin Else Kienle engagiert er sich gegen den § 218 und für eine soziale, an der Naturheilkunde orientierte Medizin.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 verlässt Friedrich Wolf Stuttgart und geht über Österreich und die Schweiz ins französische Exil. Im Sommer 1933 folgt der Rest der Familie dem Vater, im Frühling 1934 siedelt sie gemeinsam nach Moskau. 19-jährig kehrt Konrad Wolf in der Uniform der Roten Armee zurück nach Deutschland.

Konrad Wolf ist einer der wichtigsten Regisseure der DEFA. Mit Filmen wie STERNE (1959), DER GETEILTE HIMMEL (1964), ICH WAR NEUNZEHN (1968) und SOLO SUNNY (1980), die die jüngste deutsche Vergangenheit und Gegenwart auf die Leinwand bringen, wird er nicht nur national, sondern auch international ein anerkannter Künstler. Seine filmische Sicht auf Deutschland ist geprägt durch seine Geschichte. Als späterer Regisseur und Kulturfunktionär (Präsident der Akademie der Künste der DDR) weicht er zwar nicht ab von seinen kommunistischen Idealen, blickt aber immer fragend auf die Welt, versteckt sich nicht hinter Dogmen und Prinzipien.

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