3. April 2019 Diskussion/Vortrag Die Studentenbewegung, oder:

Der Aufstand gegen die Nazigeneration

Information

Veranstaltungsort

Stadttheater Konstanz, Foyer Spiegelhalle
Konzilstraße 11
78462 Konstanz

Zeit

03.04.2019, 20:00 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, 50 Jahre 1968

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Film und Vortrag/Diskussion mit dem Historiker Dr. Hannes Heer

 «Wer die Augen nicht im Affekt verschließt, wird zugeben müssen: Diese Revolte war für die politische Kultur der Bundesrepublik ein Einschnitt, in den heilsamen Folgen nur übertroffen von der Befreiung vom NS-Regime durch die Alliierten im Jahre 1945». So hat der Frankfurter Sozialwissenschaftler Jürgen Habermas rückblickend das beurteilt, was vor 50 Jahren die Bundesrepublik erschüttert hat. Die Organisation, die diese Protestbewegung maßgeblich initiiert und geprägt hat, war der SDS, der Sozialistische Deutsche Studentenbund. Der Historiker Hannes Heer erzählt die Geschichte des SDS und analysiert dessen politische Vorstellungen, Wirken und Entwicklung und stellt das historische Erbe dieser Freiheitsbewegung zur Debatte.

Hannes Heer war als Vorsitzender des SDS in Bonn auch Protagonist der Revolte. In seinem Film  «Mein `68: Ein verspäteter Brief an meinen Vater» (WDR 1988) versucht er 20 Jahre nach dem Ende der Studentenbewegung eine im Leben gescheiterte Auseinandersetzung mit seinem Vater nachzuholen. Dieser, früheres NSDAP-Mitglied, reagierte auf den politischen Protest der Studierenden wie seines eigenen Sohnes mit hasserfülltem Unverständnis und brach alle Brücken zu ihm ab. So entsteht aus der doppelten Perspektive des Protagonisten wie des Wissenschaftlers und von zwei historischen Punkten der Rückschau aus ein komplexes und aktuelles Bild der Revolte von 1968.

Hannes Heer, Jg. 1941, hat nach dem Studium der Geschichte und Literatur in Freiburg und Bonn als Theaterdramaturg, Filmregisseur und Ausstellungsmacher gearbeitet. Er leitete u. a. die Ausstellungen «Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944» und «Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der ‹Juden› aus der Oper 1933 bis 1945».  Heer hat zahlreiche Publikationen zur Geschichte von Antisemitismus, Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegserinnerung verfasst. Er ist Träger der Carl-von-Ossietzky-Medaille und lebt in Hamburg.

Veranstaltung in Kooperation mit der Friedensinitiative Konstanz, der VVN-BdA Konstanz, seemoz – Online Magazin am Bodensee und dem Stadttheater Konstanz 

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Telefon: 0711 99797090