6. September 2017 Diskussion/Vortrag Afrikabilder & Rassismus im Kinderbuch

Information

Veranstaltungsort

Infoladen
Schellingstr. 6
72072 Tübingen

Zeit

06.09.2017, 20:00 - 22:00 Uhr

Veranstalter

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

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Jede kennt das Lied «Zehn kleine N.» Die erste deutsche Version des Textes erschien 1884. In dieser Zeit entstanden auch zahlreiche Kindebücher, die ein Afrikabild transportieren, was damals die kolonialen Unterdrückung und später auch den Völkermord an den Herero rechtfertigen sollte. Auch nach der Kolonialzeit waren die Kinderbücher bis Ender der 1960er Jahre rassistisch und Eurozentristisch. Die Menschen in Afrika werden weiterhin als unmündig, primitiv und rückständig dargestellt. Damit wurden Afrikabilder rekonstruiert, die heute noch im kollektiven Gedächtnis eingeprägt sind. Auch in vielen gut gemeinten aktuellen Hilfsprojekten für Afrika, werden die Menschen dort als in Hütten lebend dargestellt, die gut trommeln und tanzen können. Als 2013 in den Kinderbüchern von Ottfried Preussler «Die kleine Hexe» das N-Wort gestrichen werden sollte, löste das eine breite emotional geführte, gesellschaftliche Debatte aus. Dabei wurde z.T. bewusst ignoriert, dass auch literarische Werke wie beispielsweise von Goethe bei Neuübersetzungen an das aktuelle Sprachverständnis angepasst werden.

Gertud Selzer von der «Aktion 3.Welt Saar» wird in ihrem Vortrag Afrikabilder in Kinderbüchern kritisch reflektieren.
Vor dem Vortrag wird der Kinderinfoladen vorgestellt und feierlich eröffnet.

Ab 19:00 Uhr verganes Essen
Ab 20:00 Uhr Vortrag und Diskussion

Veranstaltung in Kooperation mit dem Infoladen Tübingen

Standort